Der Aufstieg zum/r staatlich geprüften Heizungs-, Lüftungs-, und Klimatechniker/in

Die wesentlichen Elemente der zweijährigen Weiterbildung zum staatlich geprüften Heizungs-, Lüftungs-, und Klimatechniker bestehen darin, dem schnellen technologischen Wandel mit den Anforderungen des Klimaschutzes und neu erlassenen Gesetzen, Normen und Verordnungen gerecht zu werden. Die Verantwortung für die Umwelt, der Schutz und die effiziente Nutzung knapper Energieressourcen sowie stark steigende Energiepreise wecken das öffentliche Interesse auf energieeffiziente Systeme und erneuerbare Energien in Gebäuden. Für die Gebäudeplanung und Sanierung bedeutet die Energieeinsparverordnung (EnEV) eine neue Denkweise. Die EnEV berücksichtigt zwei Wege zur Senkung des Energieverbrauches bei der Gebäudeheizung: die Erhöhung der Heizungsanlageneffizienz und/oder die Verbesserung des baulichen Wärmeschutzes. Hierbei wird erstmals der Primärenergiebedarf eines Gebäudes für Heizung und Warmwasserbereitung begrenzt, hier ist jetzt der Techniker gefragt.

Haustechnik

Voraussetzungen zur Teilnahme sind ein Hauptschulabschluss sowie eine fachbezogene Berufsausbildung mit einjähriger Tätigkeit im Ausbildungsberuf. Eine Förderung ist u. a. durch Meisterbafög möglich.

Die Weiterbildung findet in Vollzeitform statt; im ersten Abschnitt werden die allgemeinen Grundlagen gefestigt, wobei diese im zweiten Abschnitt erweitert werden. Außerdem kann mit einer zusätzlichen Prüfung in Mathematik die Fachhochschulreife erworben werden, dies ermöglicht ein Studium an vielen Fachhochschulen.

Im zweiten Abschnitt ist der zentrale Bestandteil eine Projektarbeit, die selbstständig im Team bearbeitet wird. Die Aufgabe einer Projektierung kann die Modernisierung eines Mehrfamilienhauses hinsichtlich der EnEV sein. Hier wird z.B. die Heizungs- und Sanitärtechnik modernisiert sowie eine kontrollierte Wohnraumlüftung und eine Grauwasser- nutzungsanlage geplant. Durch modernste Wärmeerzeuger und einer darauf ab- gestimmten Pumpentechnik hinsichtlich des hydraulischen Abgleichs, kann der Jahresprimärenergiebedarf eines Wohn- hauses von 70 kWh pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr (kWh/m²*a) auf z.B. 50 kWh/m²*a reduziert werden.

Nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung stehen dem Techniker sehr viele Arbeitsbereiche bis zum mittleren Management zur Auswahl. Er ist das Bindeglied zwischen Theorie und Praxis, mit zur Zeit überdurchschnittlichen Berufschancen. Diese bestehen im ausführenden Handwerk, in der Entwicklung und im Vertrieb der herstellenden Industrie, in Planungs- und in Ingenieurbüros, in Bauämtern, im Facility Management, in Versorgungsbetrieben sowie in Verbänden und Kammern. Künftig kann ein Techniker als Energieberater tätig werden, was zukunftsorientiert ein wichtiger Bestandteil am Arbeitsmarkt sein wird. Allen Arbeitsbereichen gemeinsam ist eine hohe kommunikative Kompetenz.

Autor: Christian Weyrich

Fachschule Haustechnik 2005 bis 2007

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